Arbeitsrecht Stuttgart - Kündigungsschutz

Sinn des Kündigungsschutzes im Arbeitsrecht ist die erschwerte Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber. Es wird dabei zwischen dem so genannten allgemeinen Kündigungsschutz und dem besonderen Kündigungsschutz unterschieden.
 

Allgemeiner Kündigungsschutz

Durch den allgemeinen Kündigungsschutz sind nur bestimmte Gründe einer Kündigung als zulässig normiert. So sind Kündigungen eines Arbeitnehmers nur dann gerechtfertigt, wenn betriebsbedingte, personenbedingte oder verhaltensbedingte Gründe vorliegen. Wobei auch dann noch zusätzlich bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Für verhaltensbedingte Kündigungen ist im Regelfall eine vorhergehende Abmahnung erforderlich. Personenbedingte Kündigungen – meist durch Krankheit ausgesprochen – erfordern das Vorliegen außergewöhnlich hoher Fehlzeiten und negative Krankheitsprognose. Bei betriebsbedingten Kündigungen obliegt es dem Arbeitgeber, nachvollziehbar darzulegen, warum die den Stellenabbau bewirkende Unternehmensänderung durchgeführt werden soll.

Herr Dr. Keller – Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Stuttgart – hebt jedoch noch einmal hervor, dass eine ordentliche Kündigung von Seiten des Arbeitgebers durch den allgemeinen Kündigungsschutz nicht etwa unmöglich gemacht, sondern, wie anfangs erwähnt, erschwert wird, damit es nicht zu willkürlichen Kündigungen kommt.
 

Arbeitsrecht Stuttgart - Für wen gilt der allgemeine Kündigungsschutz?

Alle Arbeitnehmer eines Betriebs, die mindestens 6 Monate dauerhaft tätig waren und der Betrieb über mindestens 11 dauerhaft beschäftigte Mitarbeiter verfügt (und somit nicht als Kleinbetrieb gilt), genießen den allgemeinen Kündigungsschutz.
 

Besonderer Kündigungsschutz

Neben dem Begriff des allgemeinen Kündigungsschutz‘ existiert darüber hinaus noch der so genannte besondere Kündigungsschutz. Über diesen verfügen nur bestimmte Personengruppen, die nur unter bestimmten Voraussetzungen gekündigt werden können. Darunter fallen unter anderem Mitglieder des Betriebsrats eines Unternehmens, Schwangere, Auszubildende und Menschen, die eine Schwerbehinderung aufweisen.

Insbesondere die letztgenannte Personengruppe gilt als besonders schutzbedürftig und ist nur schwer kündbar. Für eine Kündigung bedarf es hier noch der Zustimmung des zuständigen Integrationsamtes und selbst wenn dieses eine Zustimmung erteilt, kann die ausgesprochene Kündigung unabhängig davon immer noch durch die im allgemeinen Kündigungsschutz geltenden Regelungen als ungültig anerkannt werden. Der besondere Kündigungsschutz und der allgemeine gelten unabhängig voneinander.

Der Stuttgarter Rechtsanwalt Herr Dr. Harald Keller – gleichzeitig Fachanwalt für Arbeitsrecht – empfiehlt in jedem Fall eine zügige, anwaltliche Prüfung bei Erhalt einer Kündigung. Der Faktor Zeit ist in Zusammenhang mit Kündigungen besonders kritisch und wer von seinem Kündigungsschutz Gebrauch macht in Form einer Klage nicht fristgerecht reagiert, läuft Gefahr, seinen Arbeitsplatz zu verlieren.

 
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